Selektive Biografie
1952 geboren in Borken/Westfalen
1972-1977 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf u. A. in der
Video Klasse von Nam June Paik. Beeinflußt von Paik arbeitet Lohmeyer
zwischen 1977 und 1983 interdisziplinär.
Als Grenzgänger zwischen den
unterschiedlichsten Ausdrucksmitteln inszeniert er
1978 die vielbeachtete 4-stündige, groteske Performance "Kultur,
Lust und Musik".
Es folgen Bücher mit fiktiven Selbstinterviews, sowie fiktive Talkshows
und die Ausstellung „Kleiderkodex der metaphysischen Analphabeten“, mit
der Videoperformance „Ritueller Elektrosex“. Als einer der Ersten
produziert er Musik-Videoclips und arbeitet gleichzeitig als Modefotograf.
1983 Er gründet seine eigenen Modelabels, um die
Wechselwirkungen von Narzissmus und Exhibitionismus, Eleganz, Verwandlung,
Individualität und Uniformität auszuloten.
1987-1991 Es folgen ausgedehnte Reisen nach Süd-Amerika, Indien,
USA, Indonesien und
in den Mittelmeerraum. Reisetagebücher und Zeichnungen,
deren Ikonographie die Bilder
der Folgejahre vorbereiten, entstehen.
1992 Lohmeyer erreicht nach einer 4-jährigen Odyssee Marrakech
in Marokko.
Er beschließt seine Nomadenexistenz aufzugeben und kauft ein Riad in der
Medina. Seit
1992 pendelt er zwischen Marrakech und Düsseldorf und gründet
beiläufig eine Interiorcompany, die zum größten Importeur marrokanischen
Kunsthandwerks in Europa aufsteigt. Er beginnt, inspiriert durch die
sinnliche Atmosphäre Marrakechs, mit der Malerei.
2002 Ausstellung seiner
Bilder in der Barbara Josten Gallery Düsseldorf
Zeitgleich Ausstellung in Marrakech bei Snake International Fine Art.
"Ich
stehe nicht in der tradierten klassischen Rolle des Künstlers. Das
langweilt. Viel interessanter ist die Rolle, die man auf der Bühne des
Lebens spielt. Insofern ist die
Verortung – wenn sie denn aus Gründen der
Verständlichkeit gemacht werden muss – wie folgt zu definieren: Ich bin
Unternehmer, Selbstdarsteller und Vermarkter, Sammler, Seher, Medium und
Hersteller von Strukturen und Konzepten.
Hier sehe
ich mich durchaus in der Tradition von Joseph Beuys, dessen Vision der
„sozialen Plastik“ und seinen "erweiterten Kunstbegriff", ich zeitnah,
greifbar, und sehr effektiv umgesetzt habe, indem ich zum größten
Importeur marokkanischen Kunsthandwerks in Europa wurde und Tausende von
Arbeitsplätzen schuf.
Wenn ich,
wie im Moment, male, schere ich mich nicht um das Kreisen der Malerei um
ihren Nullpunkt. Ich versuche die Malerei neu zu entdecken. Es gibt keine
Dogmen. Ich male gleichzeitig in mehreren verschiedenen Stilen, lasse
malen, zitiere aus der Geschichte der Malerei, übermale, und beziehe den
Zufall mit ein. Alles ist möglich. Es entstehen vielschichtige Realitäten,
asymmetrische Kollagen, in ihrer Orientierungslosigkeit gemischt,
gesampled und hybrid. Elemente unterschiedlichster Herkunft ergeben eine
Art Weltkultur, chemische Reaktionen, Gärungsprozesse, Farbveränderungen,
Degradierung, Austrocknung sind ausdrücklich erwünscht. Alles ist im
Zustand der Veränderung. Von daher ist meine Arbeit fließend quantisch.
Auch meine
Skulpturen sind von ihrer Natur her veränderbar und nicht definitiv. Die
Operationen setzen sich fort.
Im tiefsten
Inneren beschäftige ich mich mit dem Immateriellen, denn jede Existenz
geht durch den Fluss von Erschaffung und Vernichtung. Wesentlich geht es
mir nicht darum, mit einem bestimmten Material zu arbeiten, sondern darum
Kulturen, Riten, Alltag, Mythen, Religion, das Andere, das Fremde, das
Eigene in Konzepte von Denk- Willens- und Gefühlskraft zu überführen. Holz
wächst auch aus einer inneren Wachstumskraft. Für mich ist das Ausdruck
einer Geistigkeit in ihrer konkreten Form. Kunst muss in die Gesellschaft
hineinwirken. Dabei ist Geschwindigkeit meine Göttin. Wenn die Welt ein
Kaleidoskop aus brüchigen Bedeutungen ist, sollten wir sie auch in ihrer
Widersprüchlichkeit und Surrealität
so akzeptieren und die Zacken der
Kulturen nicht abschlagen.
Die Augen
der Seele sind überall. Wir können uns vor der Wahrheit nicht
verstecken."